Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit diesem Blogbeitrag einen Teil meiner Leser verliere, erlaube ich mir heute, ein wahres Grundsatzthema zu streifen. Ein Thema, das die Massen spaltet: Rosinen. Moment, bevor Sie gleich hastig den Blogbeitrag schließen. Auch wenn Sie kein Rosinen-Freund sind, könnte Sie meine Geschichte durchaus interessieren.

 

Das Rosinenkipferldrama

Ich persönlich mag Rosinen sehr, vor allem wenn sie in wunderbar duftende Kipferl eingebacken sind. Um mich an jenem grauen verregneten Wintermorgen aufzumuntern, beschloss ich, den kurzen aber nassen Fußweg zur Bäckerei meines Vertrauens anzutreten. Regenjacke an, Schirm aufgespannt und ab durch die nasskalte Nebellandschaft. In heller Vorfreude betrat ich die gemütliche Bäckerei und bestellte das Gebäck meiner Begierde. Dann die Ernüchterung: Die Rosinenkipferllieferung war an diesem Tag ausgeblieben. Bedröppelt trottete ich zurück durch den Regen und mir war klar, heute ist einer dieser Tage. Einer dieser Tage an dem es einfach nicht rund läuft.

 

All diese erfolgreichen Menschen

Zurück im trauten Heim vertagte ich meine Frühstückspläne erst einmal. Ein bisschen LinkedIn zur Ablenkung und Horizonterweiterung würde jetzt sicher guttun. Ich bin ein großer Fan der Möglichkeiten und Inspirationen, die LinkedIn bietet und habe über die Jahre ein breites Netzwerk wunderbarer Gleichgesinnter aufgebaut.

Doch heute waren sie plötzlich da: All diese erfolgreichen Menschen, wahre Tausendsassa und Experten in ihrem Feld, die mich auf einmal einschüchterten. Normalweise freue ich mich sehr über Erfolge anderer und genieße den Austausch mit erfahrenen KollegInnen. Aber an diesem Tag war mein Selbstbewusstsein plötzlich im Keller, ich zweifelte an mir und meinen Fähigkeiten. Nie im Leben werde ich so erfolgreich sein wie sie.

 

Wie sieht das denn aus, wenn ich sowas schreibe?

Eine Dienstleisterin, die an ihren Fähigkeiten zweifelt? Wäre das mein Dauerzustand, würde ich mich selbst nicht engagieren. Wie sieht das also aus, wenn ich hier ganz offen zugebe, dass auch ich hin und wieder einen schlechten Tag habe?

Gut sieht’s aus. Zumindest habe ich das für mich beschlossen. Warum? Weil Authentizität für mich ganz oben steht, privat und im Beruf. Und dazu gehört es, offen, ehrlich und ja, manchmal auch verletzlich zu sein. Ob beim Texten, generell in Marketing und Kommunikation oder beim Umgang mit den Liebsten: Authentizität, Ehrlichkeit und Feingefühl gewinnen immer. Für menschliche Beziehungen im Beruf und im Privatleben lautet das Schlüsselwort schließlich Vertrauen. Und Vertrauen ist nur mit diesen Voraussetzungen möglich mit.

Und das Frühstück…?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was aus meinem Frühstück wurde, nachdem ich ohne mein geliebtes Rosinenkipferl auskommen musste.

Ich habe in diesem Moment an den Tipp einer lieben Kollegin zurückgedacht: Es gehören immer zwei zum Spielen. Und so beschloss ich, an diesem Tag in meinem Schlechte-Laune-Teufelskreis nicht mitzuspielen. Ich war nicht so streng mit mir, nahm das kleine Tief an und machte mir nochmal klar, dass man auch an solchen Tagen gewinnen kann.

Also habe ich Kühlschrank und Küchenschränke durchforstet und schließlich ein Frühstück gezaubert, mit dem ich auch mehr als gut leben konnte: Herrlich flaumiger Kaiserschmarrn – ohne Rosinen.

 

Was mir dieser Tag nochmal vor Augen geführt hat?

 

  • Jeder hat mal einen schlechten Tag und das ist auch vollkommen in Ordnung. Schließlich sind wir alle Menschen.
  • Auch aus scheinbar ungünstigen Situationen kann etwas (unerwartet) Tolles entstehen.
  • Authentizität, Offenheit und Verletzlichkeit brauchen Mut, tun der Professionalität aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil.

Fragen, Anliegen, Ideen? Reden wir d'rüber.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

 

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